Der Mensch ist so jung wie seine Körpersäfte sind

Schon vor 2500 Jahren wies Hippokrates, der als Vater der Heilkunde gilt, darauf hin, dass die Reinigung der Körpersäfte wichtig ist. Laut Hippokrates zählen zu den sogenannten Körpersäften das Blut, die Lymphe, die Galle, die Darmflüssigkeit und alle Drüsenflüssigkeiten wie z.B. Magensäfte, Speichel und die Pankreasflüssigkeit. Hippokrates lehrte schon damals, dass es viele unterschiedliche Krankheiten mit verschiedenen Symptomen gibt, sie jedoch alle einen gemeinsamen Nenner haben: Die Körpersäfte sind in einer schlechten Verfassung. Ursache ist meist eine ungesunde Ernährung und/oder ein ungesunder Lebensstil. Daher glaubten die Menschen früher auch stark an Abführmittel, Aderlass, usw. um die unreinen Säfte wegfließen zu lassen.

Wechselwirkung Organe und Körpersäfte

Insgesamt zirkulieren etwa 9 Liter Flüssigkeit im Körper. Über diese Körpersäfte werden die Organe genährt. Die Qualität der Körpersäfte bestimmt deshalb, ob unseren Organen gute oder schlechte Nährstoffe zugeführt werden. Sind die Körpersäfte krank, dann werden die Organe krank. Hippokrates sagte schon damals, dass Krankheiten selten aus heiterem Himmel kommen. Laut Medizinern aus früheren Zeiten ist die Hauptursache von Krankheiten jahrelange Verunreinigung.

Die Organe sind zweifach auf die Körpersäfte angewiesen, da die Körpersäfte die giftigen Abfälle (die durch den Stoffwechsel in den Zellen entstehen) aus den Organzellen transportieren. Ohne den Transport würden die Zellen an den eigenen Verbrennungsresten „ersticken“.

Organe und Körpersäfte leben in starker Abhängigkeit voneinander: Gesunde Organe bewirken gesunde Körpersäfte und andersherum.

Zuwachs an toxischen Stoffen

Heutzutage wissen wir, dass Gifte und andere schädliche Stoffe vor allem durch den Blutkreislauf und das Lymphsystem zu den Organen gelangen. Wenn dieser Zustand über einen längeren Zeitraum anhält, können Krankheiten entstehen. Die Belastung durch toxische Stoffe hat in den letzten Jahrzehnten enorm zugenommen. Täglich sind wir toxischen Stoffen, wie Umweltverschmutzung, Smog, Reinigungsmitteln, Pestiziden, Schwermetallen, Plastikresten und Tabakrauch ausgesetzt.

Außerdem führen eine schlechte Ernährung und ein ungesunder Lebensstil zu einer noch größeren Belastung für den Körper und die Ausscheidungsorgane. Hiermit sind Zusatzstoffe, Farbstoffe, Alkohol, verschiedene Zuckersorten, raffinierte und denaturierte Lebensmittel, Kaffee, Medikamente, zu viel, zu schnell und/oder unregelmäßiges Essen und Stress gemeint.

Neben den toxischen Stoffen die wir von außen zuführen, produzieren unsere Zellen selbst auch noch eine gewisse Menge an toxischen Stoffen. Diese entstehen bei der Verbrennung von Nahrung in den Zellen und das ist ein ganz normaler Vorgang. Wenn der Körper über ausreichend Eiweiße, gesunde Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente verfügt, sollte die Leber diese Stoffe beseitigen können. Die Leber hat jedoch viel mehr Aufgaben und kann es sich nicht leisten nur mit der Beseitigung von toxischen Stoffen beschäftigt zu sein.

Entgiftungsorgane

Zum Glück verfügt der Körper über ein breites Spektrum an Entgiftungsorganen. Abgesehen von der Leber, sind die wichtigsten Entgiftungsorgane der Darm, die Nieren, die Lunge, das Lymphsystem und die Haut. Die Haut wird auch die dritte Niere genannt. Wenn ein Organ ihre entgiftende Aufgabe nicht mehr erfüllen kann, versuchen die anderen Organe ein wenig härter zu arbeiten. Und wenn alle Organe überlastet sind, verfügt der Körper immer noch über einige Notmaßnahmen, um überflüssige Abfallstoffe zu beseitigen (Menstruation, Samenerguss, vaginaler Ausfluss, Niesen, Schleimbildung, Entzündungen, Durchfall, usw.). Es ist für den Körper extrem wichtig Abfallstoffe auszuscheiden. Wenn diese Maßnahmen auch nicht mehr funktionieren, dann wird der Abfall z.B. im Unterhautgewebe oder dem Fettgewebe abgelagert. Die abgelagerten Stoffe im Gewebe werden „Schlacken“ genannt.

Verdauung

Das Verdauungssystem hat die Aufgabe alle körperfremden Stoffe (Speisen) in körpereigene Stoffe umzuwandeln und die unverdaulichen Stoffe auszuscheiden. Nur wenn alle Verdauungsorgane ihre Arbeit korrekt leisten können (sie sind äußerst genau aufeinander abgestimmt und voneinander abhängig), wird die Nahrung richtig umgewandelt. Nahrung, die nicht richtig umgewandelt wird, bildet (mehr oder weniger) einen toxischen Stoff. Beispiele sind Gärung und Fäulnis im Darm. Die Schadstoffe, die dadurch entstehen, werden über den Darm in den Blutkreislauf und/oder das Lymphsystem transportiert.

Der Darm wird oft die Wurzel des Körpers genannt. Der Baum ist so gesund, wie die Nahrung, die von der Wurzel aufgenommen werden kann. Ist die Nahrung gesund, kann man dies bis in die Baumkrone sehen. Kann der Baum keine gesunde Nahrung aufnehmen, sieht man dies auch am ganzen Baum. Deshalb sagte bereits Hippokrates: „Der Darm ist der Vater aller Trübsal“. Wenn der Darm krank ist, wird der ganze Körper dadurch beeinflusst.

Helfen Sie Ihrem Körper

Mit einer Fasten- oder Reinigungskur geben wir dem Körper die Möglichkeit überflüssige (gespeicherte) Abfallstoffe auszuleiten. Eine Reinigungskur ist für die meisten Menschen empfehlenswert, aber vor allem heilsam für:

  • Menschen, die Krankheiten vorbeugen und die Gesundheit fördern möchten (Vorbeugen ist besser als Heilen);
  • Menschen, die abnehmen oder zunehmen möchten (mit Hilfe einer Darmreinigung können die gesunden Darmbakterien leichter überleben und Nährstoffe besser aufgenommen werden);
  • Menschen mit unklaren Beschwerden (wie z.B. Energielosigkeit, Müdigkeit, innere Unruhe), bei denen sich medizinisch kein rechter Befund erheben lässt;
  • Menschen mit chronischen Beschwerden (z.B. Rheuma, Gicht, Hauterkrankungen und PMS).

Menschen mit chronischen Beschwerden und/oder Menschen, die viele Medikamente nehmen, sollten sich bei einer Fasten- oder Reinigungskur besser von einem Arzt für Naturheilkunde betreuen lassen oder in einem Kurort fasten.

Man kann selbst bestimmen, wie streng oder wie mild eine Reinigungskur sein soll. In Kürze erscheint dazu der passende Artikel „Ausführliche Ernährungsberatung für eine Reinigungskur“. Der Frühling ist prädestiniert für eine Reinigungskur: Im Winter haben wir uns meistens weniger bewegt, waren wir weniger draußen und haben zuweilen deftig gegessen. Außerdem bietet der Frühling viele Pflanzen, die bei der Entgiftung unterstützen können. Denken Sie hierbei an Bärlauch, Wegerich, Löwenzahn, gemeine Schafgarbe, Brennnessel und Giersch. Alle grünen Pflanzen (und Algen) enthalten Chlorophyll. Dieser Stoff hat die Eigenschaft sehr viele Abfallstoffe binden zu können, so dass sie den Körper nicht belasten. Diese Pflanzen wachsen in großen Mengen im Frühjahr. Auch der Spinat enthält viel Chlorophyll und kann im Eigenanbau im März ausgesät und im Mai geerntet werden.

Worauf warten wir eigentlich? Fangen Sie an und bereiten Sie z.B. die schmackhafte reinigende Tomatensuppe mit Brennnesseln (aus dem Buch „Ehrlich, herrlich, köstlich – Wissen für Wohlbefinden und Gesundheit“) zu!

"Unzulängliche Selbstreinigung führt zur Vergiftung der Körpersäfte und Vergiftung von Gewebe und damit zur Krankheit. Die Leistungsfähigkeit und der Gesundheitszustand der Organe ist vom Zustand und der Zirkulation dieser Körpersäfte abhängig." Erich Rauch in ‘Blut- und Säfte-Reinigung’