mueslidressing

Entzündungen

Entzündungen kann man grob gesehen in zwei Kategorien unterteilen: Die klassische Entzündung (mit Rötung, Hitze, Schwellung, Funktionsstörung und Schmerz) und die sogenannte stille Entzündung.

Vor allem Letztere wird oft nicht erkannt, da diese bei verschiedenen Erkrankungen auftritt und sich nicht eindeutig im Blutbild nachweisen lässt. Eine stille Entzündung muss nicht mit Bakterien, Viren oder Pilzen einhergehen. Diese Art der Entzündung führt schließlich jedoch zur Schädigung des Gewebes und zur Schwächung des Immunsystems. Die stille Entzündung spielt oft bei nachfolgenden Krankheitsbildern eine Rolle:

  • Fettleibigkeit / Metabolisches Syndrom / Insulinresistenz / viel Bauchfett
  • Herz- und Gefäßkrankheiten / Arteriosklerose / Bluthochdruck
  • Fibromyalgiesyndrom
  • Depression
  • Osteoporose
  • Rheuma
  • Krebs
  • neurodegenerative Erkrankungen
  • Leaky-Gut-Syndrom
  • Hautbeschwerden wie z.B. Schuppenflechte (Psoriasis)
  • chronische Stressbeschwerden
  • chronische Ermüdungserscheinungen
  • unerklärliche Schmerzen

Es gibt viele Faktoren im Lebensstil und eine große Zahl Nahrungsmittel in unserer gegenwärtigen westlichen Ernährung, die diese Entzündungen aufrechterhalten oder verschlimmern:

  • Mangel an Nährstoffen: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Bewegungsmangel
  • Zu viel Stress: Ein Übermaß vom Stresshormon Cortisol ist entzündungsfördernd.  Stress verschlimmert alle vorhandenen Entzündungen.
  • Schlechtes Gebiss:  Verkapselte Entzündungen im Mund, Parodontose und sogar Implantate können Entzündungen im ganzen Körper verursachen. Laut einer Studie der Harvard Medical School könnten Zahnfleischentzündungen eine der Hauptursachen von Arteriosklerose sein. Deshalb ist es auch so wichtig die Zahnzwischenräume zu reinigen.
  • Zu viele Omega-6-Fettsäuren / zu viele gesättigte Fette:  Diese finden sich in Sonnenblumenöl, Margarine, nicht-biologisch produzierten Fleisch- und Milcherzeugnissen. 
  • Zu viel Arachidonsäure: Diese Säure ist ein entzündungsförderndes Fett, das von Natur aus in Tierprodukten vorkommt. Vor allem Schweinefleisch ist sehr reich an Arachidonsäure.
  • Zu viel glutenhaltiges Getreide: Gluten kann leicht Schäden in der Darmschleimhaut verursachen. Durch die Schäden werden wir anfällig für Infektionen und das Immunsystem kann überreagieren (z.B. mit Allergien). Es ist sogar möglich, dass auf Dauer eine Auto-Immunerkrankung, das Leaky-Gut-Syndrom, entsteht. Laut einigen Ernährungsexperten ist dies der Hauptgrund, weshalb in der westlichen Welt so viele Entzündungen auftreten.
  • Zucker / schnelle Kohlenhydrate / Limonaden verursachen eine erhebliche Insulinproduktion und können ebenfalls zu einer Akkumulation von Bauchfett führen. Bauchfett scheint Entzündungen zu verursachen. Deshalb ist es wichtig, Nahrungsmittel mit einer niedrigen glykämischen Last zu sich zu nehmen. Entnehmen Sie diese Nahrungsmittel der Tabelle „Glykämische Last“ im Buch „EHRLICH, HERRLICH, KÖSTLICH“.
  • Fruktose und auch schnelle Kohlenhydrate fördern Übergewicht und Insulinresistenz, die wiederum Entzündungen verursachen können. Glukose-Fruktose-Sirup (auch HFCS genannt) ist nahezu in allen gesüßten industriellen Supermarktprodukten enthalten.
  • Zu viele Säurebildner im Vergleich zu Basenbildnern in der Ernährung. Versuchen Sie 75 bis 80 % basenbildende Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Beispiele für säurebildende Nahrungsmittel sind: Getreide, Reis, Fleisch, alle Nahrungsprodukte mit Zucker oder Fruktose, alkoholische Getränke, Limonaden, Soja, Weißmehlprodukte, Kaffee, schwarzer Tee, Hülsenfrüchte usw. Mehr Informationen finden Sie im Buch „EHRLICH, HERRLICH, KÖSTLICH“ in der Tabelle auf Seite 295.
  • Zu wenig Antioxidantien, weshalb zu viele freie Radikale gebildet werden. Freie Radikale verursachen Entzündungen, aber Entzündungen haben wiederum zu viele freie Radikale zur Folge. Im Buch finden Sie Rezepte mit einem lilafarbenen Symbol für Prävention. Diese Gerichte haben eine hohe antioxidative Kapazität.
  • Zu wenig Vitamin B6, Folsäure und Vitamin B12 in der Ernährung, so dass ein erhöhter Homocysteinspiegel im Blut entstehen kann. Homocystein ist ein Stoff, der Schädigungen der Blutgefäße zur Folge haben kann. Außerdem wird es in Zusammenhang mit neurodegenerativen Krankheiten gebracht. Versuchen Sie deshalb täglich rohe, unbearbeitete, nicht erhitzte und nicht zu lang gelagerte Nahrungsmittel zu sich zu nehmen.  So können Sie den Gehalt dieser 3 Vitamine erhöhen und den Homocysteinspiegel im Blut senken.
  • Zu viele Kuhmilchprodukte, auf Grund des hohen Gehalts an IGF-1 (Insulin Growth Factor). Zum Thema Kuhmilch folgt demnächst ein ausführlicher Beitrag.
  • Auch kann unzureichend Magensäure oder die Einnahme von magensäurehemmenden Medikamenten eine Rolle spielen. Magensäure hilft u.a. dabei Krankheitskeime aus der Nahrung unschädlich zu machen.

kuerbissuppe

Zum Glück gibt es auch zahlreiche entzündungshemmende Nahrungsmittel, z.B.:

  • Omega-3-Fettsäuren in Walnüssen, Leinsamen(-öl), Hanfsamen(-öl), Rapsöl, fettem Fisch, Fischölkapseln und pflanzlichen EPA/DHA-Kapseln.
  • Vitamin D: Der Mindestwert an Vitamin D sollte, vor allem bei chronischen Schmerzen oder Entzündungen, 80 nmol/l sein. Der Wert kann vom Labor im Blutbild gemessen werden. Ein Vitamin-D-Mangel erhöht die Entzündungsaktivität im Körper.
  • Kurkuma, Ingwer, alle mediterranen und provenzialischen Kräuter, Gewürznelken, Pfeffer, Knoblauch, Kreuzkümmel, Koriander, Zitronengras und Zwiebeln sind gute natürliche Entzündungshemmer.
  • Bioflavonoide: Vor allem der Stoff Quercetin in à„pfeln, Trauben und Zwiebeln. Die Weisheit „One apple a day, keeps the doctor away“ enthält einen hohen Wahrheitsgehalt. Kaufen Sie à„pfel aus Bio-Anbau oder waschen Sie vor dem Verzehr die Schale mit Zitronensaft oder Essig. Auf à„pfeln, die nicht aus Bio-Anbau stammen, werden häufig Rückstände gefunden.
  • Olivenöl: Vor allem bei Herz- und Gefäßkrankheiten und Darmentzündungen. Olivenöl ist ein sogenannter natürlicher COX-2-Hemmer.
  • Kräuter haben eine starke antioxidative Wirkung. Die antioxidative Kapazität von Kräutern ist noch höher, als die von Gemüse und Obst. Versuchen Sie täglich Kräuter zu sich zu nehmen und mindestens 200 Gramm Obst und 400 Gramm Gemüse am Tag zu verzehren. Noch mehr Gemüse ist noch besser. Nahrungsmittel aus Bio-Anbau oder nicht gespritzte Nahrungsmittel geben dem Körper noch mehr Schutz als Nahrungsmittel, die gespritzt wurden. Pflanzen produzieren nämlich Stoffe, um sich gegen Schimmelpilze, Bakterien, Strahlung und Umwelteinflüsse zu schützen. Wenn die Pflanzen jedoch mit Pestiziden behandelt werden, müssen sie diese Schutzstoffe nicht mehr produzieren. Es sind allerdings genau diese Stoffe, die der Körper braucht, um schlimmen Krankheiten vorzubeugen. Lesen Sie mehr dazu auf Seite 302 und 303 im Buch „EHRLICH, HERRLICH, KÖSTLICH“.
  • Glutenfreie Getreidesorten und Getreideersatz, wie Hafer, Teff, Quinoa, Maniokmehl, Amarant, Buchweizen, Mais, Reis und Hirse (wobei die letzten 3 relativ blutzuckererhöhend wirken). Obwohl Amarant glutenfrei ist, enthält Amarant viel Lektine. Wenn man zu viel Lektine zu sich nimmt, kann dies zu Entzündungen führen. Hafer ist eine Getreideart, die immunmodulierende Eigenschaften hat, da er das sogenannte Beta-Glucan enthält. Das ist ein Stoff, der Makrophage und Neutrophile aktiviert. Hierdurch können Bakterien, Viren und Schimmelpilze schneller unschädlich gemacht werden. Beta-Glucan kommt auch in Champignons, Pilzen und Gerste vor.
  • Nahrungsmittel mit reichlich löslichen Ballaststoffen, wie z.B. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Leinsamen, Kokos, Kokosmehl, Hafer, Inulin-Pulver, Algen, Nüssen, Saat usw. Menschen, die täglich etwa 30 bis 40 Gramm lösliche Ballaststoffe zu sich nehmen, haben weniger Entzündungen als Menschen die eine unzureichende Menge davon verzehren.
  • Alle obengenannten Nahrungsmittel, die sich günstig auf die Darmflora auswirken, haben auch eine günstige Wirkung auf Entzündungen.  Über 80% des Immunsystems wird von der Darmflora bestimmt. Ein gesunder Darm bedeutet also auch ein gesundes Immunsystem. Alle Rezepte, die eine positive Wirkung auf dem Darm haben, sind im Buch mit einem grünen Symbol versehen.  
  • Ausreichend Eiweiß, vor allem bei Entzündungen. Das Immunsystem und Eiweißzufuhr stehen in direktem Zusammenhang. Wenn der Eiweißspiegel im Körper niedrig ist, funktioniert das Immunsystem auch nicht optimal. Pro Kilogramm Körpergewicht braucht der Körper 1 Gramm netto Eiweiß. Bei starken oder chronischen Entzündungen, vor oder nach Operationen, bei Verbrennungen, Wunden, Traumata usw. steigt der Bedarf sogar auf etwa 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Notfalls kann man den Bedarf mit einem hochwertigen Proteinpräparat ergänzen.
  • Ausreichend Schlaf.  Zwischen 00:00 und 04:00 Uhr ist das wichtigste Reparaturhormon, das Wachstumshormon, am aktivsten. In diesem Zeitraum ist es wichtig in der Tiefschlafphase zu sein.
  • Tägliche Bewegung, so dass wir über ausreichend Muskelmasse verfügen, da diese unentbehrlich ist, um gesunde Abwehrkräfte zu haben.

Zusammengefasst: Versuchen Sie nach oben genannten Richtlinien mediterran zu essen. Die mediterrane Küche enthält viele entzündungshemmende Stoffe und Antioxidantien. Die obengenannten Ratschläge sind von allgemeiner Natur. Wenden Sie sich bei bestimmten Entzündungen für spezifische Nährstoffe an einen Arzt für Orthomolekularmedizin.

Bei langwierigen Entzündungen, die mit der Einnahme von vielen Medikamenten einhergehen, reicht nur der Verzehr von entzündungshemmenden Nahrungsmitteln vielleicht nicht aus. Setzen Sie sich in solch einem Fall mit einem Arzt für Orthomolekularmedizin in Verbindung und informieren Sie sich über natürliche entzündungshemmende Ergänzungsmittel oder Kräuterpräparate. Die Natur kennt viele Kräuter und Gewürze, die bei spezifischen Entzündungen oder spezifischen Viren, Bakterien oder Pilzen Anwendung finden.