Ei

Eiweiß und Aminosäuren

In diesem Beitrag:

  • Weshalb sind Eiweiß und Aminosäuren wichtig?
  • Eiweißbedarf
  • Essentielle Aminosäuren
  • Biologische Wertigkeit von Eiweiß
  • Netto-Protein-Verwertung
  • Vegetarier/Veganer und Eiweiß
  • Eiweißbedarf berechnen
  • Zum Schluss...

Weshalb sind Eiweiß und Aminosäuren wichtig?

Es wird häufig gesagt, dass Eiweiß und Aminosäuren die Lebensqualität bestimmen. Sie können das Eiweiß mit einer Kette vergleichen und die Aminosäuren mit den Perlen dieser Kette. Die wichtigsten Nahrungsquellen sind Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Ei, Nüsse, Kerne, Hülsenfrüchte, Erdnüsse, Brot, Soja und Fleischersatzprodukte wie Seitan. Auch Gemüse und Obst enthalten Eiweiß, jedoch relativ wenig, weshalb man eine große Menge zu sich nehmen müsste um den Eiweißbedarf zu decken. Eiweiß ist unverzichtbar für das Bindegewebe, das Immunsystem, die Hormonproduktion, die Herstellung von Neurotransmittern usw. Es sind unsere wichtigsten Baustoffe (Kohlenhydrate und Fettsäuren könnte man als Brennstoffe bezeichnen). Eiweiß ist das Baumaterial unseres Körpers, die „Backsteine unseres Hauses“. Nicht umsonst heißt Eiweiß auch Protein, abgeleitet vom Wort „Protos“, was „das Erste bzw. das Wichtigste“ bedeutet.

Im Gegensatz zu einem Haus braucht der Körper jedoch täglich neue Backsteine. Die meisten Körperzellen im Körper werden nach einer bestimmten Zeit abgebaut und erneuert. Denken Sie zum Beispiel an Wundheilung, Muskelaufbau, Darmzellen, die oberste Hautschicht, die Herstellung von roten Blutkörperchen, die Hormonproduktion, die Herstellung von Enzymen und Neurotransmittern. Ständig findet Erneuerung statt. Voraussetzung ist allerdings, dass ausreichend Eiweiß vorhanden ist. Deshalb ist die Einnahme von ausreichend Eiweiß sowohl für kranke als auch gesunde Menschen von enormer Bedeutung.

Für mich ist sehr beängstigend, dass ich in meiner Praxis regelmäßig Menschen treffe, sogar Kinder, ernsthaft erschöpfte Menschen, Menschen mit vorzeitigen Alterserscheinungen, Schlafproblemen, Depressionen, Osteoporose, ernsthaften hormonellen Beschwerden oder auch Schwangere, die kein oder kaum Eiweiß zu sich nehmen *. Menschen, die zum Beispiel zum Frühstück Brot mit Marmelade essen, zwischendurch einen Keks, zum Mittag ein paar Brötchen, zwischendurch wieder einen Keks und als Abendmahlzeit Pasta mit ein wenig Gemüse und Fleisch (siehe unterstehende Tabelle „Eiweißgehalt pro Nahrungsmittel“).

* Bedenken Sie, wie viele Hormone und Neurotransmitter aus Eiweiß/Aminosäuren hergestellt werden müssen und wie viele Menschen hormonelle Beschwerden haben: Serotonin, Melatonin, Tryptophan, Dopamin, Adrenalin, GABA, Insulin, Glucagon, Wachstumshormone, Prolaktin, IGF1 und auch die Schilddrüsenhormone T3 und T4 sind alle eiweißabhängig.


Eiweißbedarf

Wenn Sie den menschlichen Eiweißbedarf betrachten, dann werden Sie feststellen, dass wir zu jeder Mahlzeit ein wenig Eiweiß essen sollten um den täglichen Eiweißbedarf zu decken. Nachfolgend der Eiweißbedarf unterschiedlicher Gruppen:

Ein Erwachsener mit normaler körperlichen Betätigung braucht täglich 0,8 bis 1 Gramm netto Eiweiß pro Kilo Körpergewicht.

Menschen mit einem höheren Eiweißbedarf (von täglich minimal 1,4 bis 1,8 Gramm netto Eiweiß pro Kilo Körpergewicht) sind:

  • Sportler (für die schnelle Regeneration der Muskeln ist es wichtig nach schwerer sportlichen Anstrengung den Eiweißhaushalt wieder aufzufüllen, zum Beispiel mit einem Eiweißshake),
  • Menschen, mit schwerer körperlichen Betätigung,
  • COPD-Patienten,
  • Menschen mit ernsthaften Krankheiten,
  • Menschen, die sich von einer Operation oder Krankheit erholen (am besten die Eiweißeinnahme eine geraume Zeit vor der Operation erhöhen),
  • Kinder im Wachstum, Schwangere und Stillende.

Die Berechnung scheint einfach zu sein: Eine Person, die 70 Kilogramm wiegt, sollte täglich etwa 70 Gramm Eiweiß benötigen.

Es gibt jedoch einige Punkte, die Sie berücksichtigen müssen, damit Sie Ihren Eiweißbedarf decken können.


Essentielle Aminosäuren

Einige Aminosäuren stellt der Körper selbst aus Kohlenhydraten und Stickstoff her. Allerdings gibt es 9 essentielle Aminosäuren, die nicht vom Körper selbst hergestellt werden und daher durch die Nahrung aufgenommen werden müssen.

Die Eiweißqualität wird von den 9 essentiellen Aminosäuren bestimmt: Dieses Eiweiß ist für den Körper zu 100% nutzbar und es entstehen keine oder kaum Reststoffe wie Harnstoff oder Harnsäure. Eiweiß mit beispielsweise nur 2 Aminosäuren ist nur teilweise nutzbar und es entstehen viele Reststoffe.

Nachfolgende 9 essentielle Aminosäuren müssen durch die Nahrung aufgenommen werden, da der Körper diese nicht selbst herstellen kann:

1) Lysin unterstützt die Konzentration, die Aufnahme von Kalzium, das Wachstum von Knochengewebe, den Aufbau von Kollagen und unterstützt das Immunsystem, vor allem bei Virusinfektionen wie beispielsweise Herpes.

Quellen: Ei, Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Milchprodukte (wie Quark), Hafer und Haferflocken, Nüsse, Kerne, Hülsenfrüchte, Hefe, Getreidesprossen, Mungobohnensprossen.

2) Tryptophan unterstützt das Immunsystem, die Stressresistenz, den gesunden Schlaf, wirkt sich positiv aus bei Schmerzen, Obstipation und Depression.

Quellen: Ei, Fleisch, Milch, Quark, Reis, Hafer, Nüsse, Kerne, Bananen, Hülsenfrüchte (wie Linsen).

3) Leucin unterstützt das Wachstum bzw. die Regeneration von Muskelgewebe, die Wundheilung, die Bruchheilung und wirkt sich positiv auf den Kohlenhydratstoffwechsel aus.

Quellen: Ei, Rinderfleisch, Huhn, Fisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte, Roggen, ganze Weizenkörner, Mandeln, Cashewkerne, Kichererbsen, Linsen, Bohnen (wie Limabohnen).

4) Valin unterstützt das Wachstum und die Reparatur von Muskelgewebe, hat eine positive Wirkung auf das Nervensystem, hilft bei Sucht und ständigem Hungergefühl.

Quellen: Ei, Naturreis, Quark, Fleisch, Pilze, Champignons, Mandeln, Cashewkerne, Sesamsaat, Limabohnen, Sojabohnen, Linsen, Erdnüsse.

5) Isoleucin unterstützt den Aufbau und das Wachstum von Muskelgewebe und die Energieherstellung auf Zellniveau.

Quellen: Ei, Fleisch, Milchprodukte, Meeresfrüchte, Roggen, Mandeln, Cashewkerne, Sonnenblumenkerne, Kichererbsen, Bohnen

6) Methionin unterstützt die Gesunderhaltung von Haut, Haaren und Nägeln, schränkt die Fettablagerungen im Körper ein, hilft bei der Leberentgiftung, fördert den Histaminabbau und hat antioxidative Eigenschaften.

Quellen: Ei, Fisch (wie Sardinen), Meeresfrüchte, Fleisch, Hafer, Haferflocken, Sprossen (wie Weizensprossen und Mungobohnensprossen), Nüsse, Kerne, Sesamsaat, Linsen, Sojabohnen, Avocado.

7) Threonin unterstützt den Hirnstoffwechsel, die Verdauung, die Herstellung von Kollagen und Zahnschmelz.

Quellen: Ei, Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Milchprodukte, Weizensprossen, Haferflocken, Nüsse, Mandeln, Hülsenfrüchte (wie Bohnen und Erdnüsse).

8) Phenylalanin vor allem für Menschen mit Stress/Schmerzen/Depressionen und Übergewicht wichtig.

Quellen: Milchprodukte, Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte, Weizensprossen, Haferflocken, Nüsse, Linsen, Sojabohnen.

9) Histidin unterstützt vor allem Kinder, die schnell wachsen oder ist für sehr ängstliche Menschen wichtig.

Quellen: das Weiße vom Ei, Fleisch, Geflügel, Getreidesprossen, Erdnüsse, Sesamsaat.

Nachstehend folgen einige Aminosäuren, die nicht essentiell sind, jedoch häufig nur mangelhaft im Körper vorhanden sind:

10) Glutamin ist zum Beispiel wichtig bei Leaky-Gut-Syndrom, Suchtanfälligkeit oder Schweiß mit Ammoniakgeruch. Mangel an Glutamin kann zu Allergien und Intoleranzen (wie Milcheiweißallergie, Soja-, Nuss-, Erdnussallergie) führen und zu einem Mangel an GABA, das körpereigene Beruhigungsmittel.

Quellen: Leber, Milchprodukte (wie Molke, Hüttenkäse und Ricotta), Kohl, Avocado, Weizensprossen.

11) Arginin ist sehr wichtig für die (Wund-)heilung, bei hohem Blutdruck, bei Fruchtbarkeitsproblemen, für Sportler und für Menschen, die sich nach körperlicher Belastung nur langsam erholen.

Quellen: Käse, Fleisch, Geflügel, Eier, Fisch, Schalentiere, Nüsse, Kerne, Schokolade, Erbsen, Soja, Avocado, Knoblauch und Ginseng.

12) Tyrosin hilft vor allem bei Depressionen, Leber-, Schilddrüsen- und/oder Nebennierenstörungen.

Quellen: Hering, Avocado, Fleisch, Mandeln, Sesamsaat, Kichererbsen, Pekannüsse.



Biologische Wertigkeit von Eiweiß

Der Körper kann Eiweiß aus Nahrung am besten nutzen, wenn es dem körpereigenen Eiweiß - bezüglich Struktur und Verhältnis an essentiellen Aminosäuren - sehr ähnlich ist. Je mehr Aminosäuren vorhanden sind, desto besser. Die 9 essentiellen Aminosäuren müssen wir mit der Nahrung zu uns nehmen, um schließlich alle 20 Aminosäuren, die der Körper braucht, herstellen zu können.

Wie hochwertig ein eiweißreiches Nahrungsmittel ist, ist abhängig von der Menge und Zusammenstellung der essentiellen Aminosäuren und wird mit dem Begriff „biologische Wertigkeit“ bezeichnet. Dieser Wert liegt bei tierischem Eiweiß im Allgemeinen höher als bei pflanzlichen. Deshalb ist es für Vegetarier von großer Bedeutung Eiweiß zu sich zu nehmen, das eine hohe biologische Wertigkeit hat. Hiernach folgt eine Übersicht mit der biologischen Wertigkeit von verschiedenen Eiweißquellen.

EiweißBiologische Wertigkeit
Muttermilch100
Molkeneiweißpulver100** (abhängig vom Produkt bis zu 140)
Hühnerei Eiweiß97!
Frischmilch90
Schweinefleisch79
Rindfleisch76
Weißer Reis75
Sojabohnenmehl75
Kartoffeln71
Seitan69
Weizen67
Haferflocken66
Roggen66
Sonnenblumenkerne   65
Hefe63
Erdnüsse58
Erbsen48
Bohnen38
Hanfprotein35-40 (viel leichter verdaulich als Hülsenfrüchte)
Hülsenfrüchte35
Gelatine0

** Molkeneiweiß scheint somit „ideal“ zu sein. Für eine schnelle Erholung bei Sportlern und Kranken ist Molkeneiweiß tatsächlich eine effektive Eiweißquelle. Es ist nämlich reich an sogenannten BCAA Aminosäuren, die wichtig sind für die Muskelregeneration, die Muskelmasse und für die Herstellung von Glutathion. Auch ist Molkeneiweiß förderlich für das Immunsystem. (Bitte auch hier wieder Obacht geben: Die Produktionsmethode kann diese Stoffe entweder behalten oder entfernen. Entscheiden Sie sich am besten für ein Isolat oder für ein Produkt, welches mit Mikrofiltrationsverfahren hergestellt wurde. Schauen Sie auf die Zutatenliste, ob die Immunglobuline noch vorhanden sind.)

Einige Bemerkungen zum Thema Molkeneiweiß: Vermeiden Sie Molkeneiweißprodukte mit unnötig viel Fruktose und künstlichen Zusatzstoffen. / Molkeneiweiß ist für viele Menschen schwer verdaulich, es sei denn Sie entscheiden sich für ein Molkenproteinhydrolysat. / Es gibt viele Produkte, die unter hohen Temperaturen hergestellt wurden und deshalb denaturiertes Eiweiß erhalten. Kaufen Sie Molkeneiweißpulver, das kalt verarbeitet wurde. / Molkeneiweißpulver kann den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen. Außerdem kann es, abhängig vom Herstellungsverfahren, ganz schön viel IGF-1 enthalten. Zu viel IGF-1 wirkt sich nachteilig auf die Gesundheit aus.

Wenn verschiedene Lebensmittel mit Eiweiß mit einer unterschiedlichen biologischen Wertigkeit zusammen verzehrt werden, kann sich die biologische Wertigkeit durch die Kombination erhöhen. Gute Kombinationen sind beispielsweise:


Eiweiß aus:kombinieren mit Eiweiß aus:
Getreideprodukten   Hülsenfrüchten (braune/weiße Bohnen, Linsen)
Milchprodukten (am liebsten die Sauermilchprodukte)
Fleisch
Fisch
Käse
Ei
KartoffelnMilchprodukten (am liebsten die Sauermilchprodukte)
Ei
Weizen
GemüseHafer
Roggen
Sesamsaat
Ei



Netto-Protein-Verwertung

Und dann gibt es noch etwas zu berücksichtigen: die Netto-Protein-Verwertung, mit der englischen Abkürzung NPU. Eiweiß kann eine hohe biologische Wertigkeit haben, wie gut wird es jedoch vom Körper aufgenommen? Das ist die Quintessenz. Im Allgemeinen können wir sagen, dass tierisches Eiweiß mit einer hohen biologischen Wertigkeit auch eine hohe Netto-Protein-Verwertung hat. Die NPU ist ein Maß für die Verdaulichkeit und Aufnahmefunktion von Eiweiß im Körper.

Ein Hühnerei hat eine NPU von etwa 93%. Das bedeutet, dass nur wenige Prozent nicht verdaut oder vom Körper nicht aufgenommen werden können. Die NPU und die biologische Wertigkeit liegen oft dicht beieinander.

Pflanzliches Eiweiß hat eine geringere biologische Wertigkeit und oft eine noch geringere NPU. Die Ursache liegt darin begründet, dass pflanzliches Eiweiß ziemlich häufig viele Anti-Nährstoffe enthält.

Beispiele dafür sind:

- Phytinsäure in Brot und Nüssen. Lesen Sie in dem Artikel „Phytinsäure“ u.a. wie Sie den Gehalt an Phytinsäure reduzieren können.

- Trypsine und Saponine in Soja. Soja hat dadurch eine sehr hohe biologische Wertigkeit, durch die Anti-Nährstoffe jedoch eine geringere Verwertung.

- Lektine in Hülsenfrüchten (am meisten in Kidneybohnen)

Aber dies ist kein absolutes Gebot. Tierisches Eiweiß wie zum Beispiel Milch hat auch einen starken Anti-Nährstoff und zwar Casein. Und dann gibt es unter den pflanzlichen Proteinen ein pflanzliches Eiweiß mit einer enorm hohen Verwertung: die Hanfsamen.


Vegetarier/Veganer und Eiweiß

Wie Sie gelesen haben, enthalten tierische Quellen im Vergleich zu pflanzlichen meistens Eiweiß, das vom Körper besser verwertet und aufgenommen werden kann. Vegetarier sollten deshalb keine Panik bekommen. Sie müssen jedoch darauf achten, dass sie die pflanzlichen Eiweißquellen klug kombinieren. Sie brauchen noch mehr Gemüse, um die verschiedenen Aminosäuren zu sich zu nehmen. Brokkoli und Blumenkohl dürfen häufig verzehrt werden, da diese zu etwa 40% aus Eiweiß bestehen. Veganer müssen noch besser darauf achten, dass sie schließlich ausreichend Eiweiß bzw. Aminosäuren erhalten.

Vegetarier können die Netto-Protein-Verwertung und die biologische Wertigkeit auch erhöhen, indem sie verschiedene Eiweißquellen über den Tag verteilt verzehren (viele Vegetarier essen nur Soja und Käse als Eiweißquelle). Die Abwechslung zählt.

Als Vegetarier bzw. Veganer sollten Sie unbedingt versuchen, die Anti-Nährstoffe, die die Eiweißverdauung hemmen, zu reduzieren. Ansonsten glaubt man ausreichend Eiweiß zu sich zu nehmen, aber letztendlich steht doch zu wenig Eiweiß zur Verfügung. 


Eiweißbedarf berechnen

Dann ist es jetzt an der Zeit zu rechnen: Wie viel Eiweiß brauche ich um meinen Bedarf zu decken? Da jedes Nahrungsmittel sowohl Eiweiß, Kohlenhydrate als auch Fettsäuren enthält, können Sie hiernach ablesen, wie viel Netto-Eiweiß die Nahrungsmittel besitzen. 

NahrungsmittelEiweißgehalt pro 100 Gramm
Kartoffel1-2
Steak20
Brot10  (= ca. 3.5 Gramm pro Scheibe)
Brokkoli3,3
Ei 11-13 Gramm (pro Ei mit einem Gewicht von etwa 60 Gramm)
Hackfleisch (halb und halb)20
Vegaburger (durchschnittlich)12
Käse 20+ 32 (= ca. 6,5 Gramm als Brotbelag)
Käse 40+25 (= ca. 5 Gramm als Brotbelag)
Parmesankäse38
Quark, fettarm15
Milch3,5
Mozzarella27
Nüsse (Cashewkerne, Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse)   14-20
Pasta oder Reis3
Hülsenfrüchte7-9
Erdnüsse24
Quorn10-12
Roastbeef28
Seitan20
Sojabohnen36
Tempeh19
Tofu10
Fisch (Lachs, Forelle, Wels)20-25
Molkeneiweiß80
Lachs aus der Dose24
Spirulina57-60 (pro 100 Gramm)

Quelle: Ortho Linea Topsportadviseur/ www.runinfo.nl

Anmerkung: Eiweißquellen wie Fleisch enthalten im Vergleich zu früher mehr Fettsäuren und weniger Eiweiß. Das heißt, dass diese Eiweißquellen weniger Eiweiß enthalten, als wir annehmen. Genauso wie Menschen, die sich nicht bewegen, bekommen auch Tiere, die nur im Stall stehen, ein anderes Fett-Eiweiß-Verhältnis: mehr Fett, weniger Eiweiß. Versuchen Sie deshalb - wenn es möglich ist - Fleisch, Milchprodukte und Eier von Tieren zu kaufen, die ständig in Bewegung sind oder waren. 


Zum Schluss...

Anhand dieser Tabelle können Sie ausrechnen, ob Sie ausreichend Eiweiß zu sich nehmen. Schauen Sie bitte auch auf die biologische Wertigkeit und die Netto-Protein-Verwertung. Täglich 10 Brotscheiben belegt mit 40+ Käse würde eine Eiweißmenge von 80 Gramm bedeuten. Jedoch ist die biologische Wertigkeit gering und außerdem hat dieses Eiweiß eine niedrige Netto-Protein-Verwertung.

  • Abwechslung in der Ernährung ist die beste Lösung! Sowohl tierisches als auch pflanzliches Eiweiß haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. Tierisches Eiweiß enthält meistens viele gesättigten Fettsäuren und wenig Ballaststoffe. Außerdem speichern Tiere, genauso wie Menschen, verschiedene (Umwelt-)gifte in ihrem Fett. Weiterhin muss tierisches Eiweiß immer erhitzt werden und dies kann zur Denaturierung führen wodurch die Aminosäuren nicht verwendet werden können. Deshalb ist der Verzehr von viel tierischem Eiweiß allein schon aus diesen Gründen zu überdenken. Pflanzliches Eiweiß verfügt über viele Ballaststoffe und wenig gesättigte Fettsäuren und dadurch auch über weniger Giftstoffe. Außerdem braucht pflanzliches Eiweiß oft nicht erhitzt werden, so dass die Aminosäuren optimal verwendet werden können. Das Verhältnis 1/3 tierisches Eiweiß und 2/3 pflanzliches Eiweiß scheint eine gute Richtlinie zu sein. Viele Patienten mit Nierenleiden bekamen den Ratschlag die Eiweißeinnahme sehr stark zu reduzieren. Jetzt scheinen sich die Ansichten geändert zu haben: Pflanzliches Eiweiß scheint die Nieren viel weniger zu belasten als tierisches. Deshalb wird Nierenpatienten geraten, nur das tierische Eiweiß stark zu reduzieren. Quinoa ist zum Beispiel eine wunderbare vollwertige Eiweißquelle.
  • Damit der tägliche Eiweißbedarf gedeckt wird, bräuchten Sie, wie Sie in der Tabelle sehen können, zu jeder Mahlzeit/zu jedem Snack eine Eiweißquelle. Vor allem wenn Sie zu einer der Gruppen gehören, die mehr Eiweiß benötigt.
  • Sie können zwar Eiweiß zu sich nehmen, es muss im Verdauungssystem jedoch auch verzehrt werden können. Ohne ausreichend Eiweiß kann unsere Verdauung ihre Arbeit nur schlecht erledigen; für die Verdauung werden Enzyme benötigt und diese sind von genügend Eiweiß abhängig. Eine schlechte Magen-, Darm-, Leber- oder Pankreasfunktion oder auch das Leaky-Gut-Syndrom können dazu führen, dass das Eiweiß nicht in Aminosäuren zerlegt werden kann. Die Folge können Blähungen, Fäulnis, Allergien oder Intoleranzen sein. Im Buch „EHRLICH, HERRLICH, KÖSTLICH. Wissen für Wohlbefinden und Gesundheit“ unterstützen alle Rezepte mit dem grünen Symbol eine gesunde Verdauung. Wenn eine Ernährungsumstellung keine Besserung bewirkt, fragen Sie einen Arzt für orthomolekulare Medizin. Beachten Sie bitte auch, dass viele pflanzliche Eiweißquellen (wie Soja oder Hülsenfrüchte) Anti-Nährstoffe erhalten und die Aufnahme und Verarbeitung vom pflanzlichen Eiweiß erschweren.
  • Zu viel tierisches Eiweiß auf einmal oder über den Tag verteilt, ist sehr schwer verdaulich. Zum Beispiel ein Frühstück mit Speck und Käse, als Mittagsmahl Pizza mit mehreren Sorten Käse und Fleisch, zum Abendbrot Lasagne oder einen Auflauf mit Fleisch und Käse. Eine schlechte Eiweißverdauung oder ein Übermaß an Eiweiß kann zu Verdauungsbeschwerden und erhöhten Urea- und Urinsäurewerten führen. Außerdem kann ein Übermaß an Eiweiß (genauso wie ein Übermaß an Fettsäuren und Kohlenhydraten) auch Übergewicht befördern.
  • Die richtige Zubereitung von Eiweißquellen ist auch wichtig. Das Grillen von Fleisch ist zum Beispiel eher ungünstig für die Gesundheit, da diese Art der Zubereitung AGEs (Abfallstoffe) bildet.
  • Auch die Einnahme von viel Kohlenhydraten/Zucker und Erfrischungsgetränken in Kombination mit Eiweiß ist kein Gewinn für die Gesundheit: Zucker und Eiweiß binden sich sehr leicht aneinander und bilden dadurch AGEs. Das Ergebnis sind nutzlose AGEs statt nützlichen Aminosäuren.
  • Alle Proteine müssen in Aminosäuren umgewandelt werden. Damit diese Aminosäuren in nützliche Stoffe für das Gehirn, die Muskeln, Energie usw. umgewandelt werden können, müssen wir über eine Menge B-Vitamine, Mineralstoffe (wie Magnesium und Zink), ausreichend Vitamin C usw. verfügen. Nehmen Sie eventuell als Ergänzungsmittel ein gutes Multivitaminpräparat. Noch besser ist es täglich vollwertig zu essen, teils auch Rohkost, damit die B-Vitamine und das Vitamin C erhalten bleiben.

Quellen:

Ortho Linea Topsportadviseur, Voedingswaarde Juni 2014, Gezond en Gelukkig met Eiwitten (Bart Maes en Chantal Voets), Voeding bij gezondheid en ziekte http://nutritiondata.self.com/facts/vegetables-and-vegetable-products/2356/2, Voeding bij gezondheid en ziekte (NE Stegeman), www.runinfo.nl, www.rsctienen.be/infogezondheidaminozuren, Pedro Carrera Bastos/ Milk, dairy & cancer, Ons Voedsel/Frans M de Jong, www.devoedingwaardetabel.nl, (1)www.nephrologynews.com/articles/109849-consuming-more-vegetable-protein-may-help-kidney-disease-patients-live-longer